
Einbau und Berechnung: Dynamische Gasdruckfedern für waagerechte Montage richtig auslegen
Einbau und Berechnung: Dynamische Gasdruckfedern für waagerechte Montage richtig auslegen
Sie haben sich für eine dynamische Gasdruckfeder mit Bypass-Technologie entschieden — die 0°–360° Einbaulage ist geklärt. Doch jetzt stehen Sie vor der nächsten Herausforderung: Wie berechnen Sie die benötigte F1-Ausschubkraft für die waagerechte Montage? Welchen Hub brauchen Sie? Und welche M6/M8-Anschlussbeschläge halten den Kräften stand?
Die waagerechte Montage einer Gasdruckfeder stellt andere Anforderungen an die Berechnung als die vertikale Einbaulage — ob man nun von waagerechter oder horizontaler Montage spricht, die Querkraft, Schmierstoffverteilung und die geometrische Bestimmung des Kraftarms W unterscheiden sich grundlegend. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt von der F1-Formel über die Anschlussauswahl bis zur konstruktiven Absicherung gegen vorzeitigen Verschleiß.
1. Warum waagerechte Montage eine eigene Auslegung erfordert
Eine waagerecht eingebaute dynamische Gasdruckfeder muss nach denselben statischen Gesetzen ausgelegt werden wie eine vertikal montierte, erfordert aber zusätzlich die Beachtung von Querkraft, Schmiersituation und Dämpfungsverhalten — Abweichungen in der Berechnung führen hier schneller zu vorzeitigem Verschleiß und Funktionsausfall als in vertikalen Anwendungen.
In unseren vorangegangenen Artikeln haben wir das Grundprinzip der dynamischen Gasdruckfeder mit Längsnut erläutert — die Bypass-Technologie ermöglicht den Einbau in jeder Lage von 0° bis 360° — und die Dynamische vs. hydraulische Dämpfung bei Gasfedern im Detail verglichen. Jetzt gehen wir von der Entscheidung zur Umsetzung über: Wie legen Sie eine dynamische Gasdruckfeder für die waagerechte Montage tatsächlich aus, montieren sie und schützen sie konstruktiv?
Drei technische Randbedingungen machen die waagerechte Montage grundlegend anders als die vertikale:
Querkraft — Bei waagerechtem Einbau wirkt die Schwerkraft senkrecht zur Kolbenstangenachse. Jede Fluchtungsabweichung an den Anlenkpunkten erzeugt ein Biegemoment, das die Kolbenstange einseitig gegen die Dichtung drückt. Diese exzentrische Belastung beschleunigt den einseitigen Dichtungsverschleiß und ist — basierend auf werkseigenen Fehleranalysen kundenseitiger Reklamationen — die häufigste Ursache für Ölleckage bei waagerecht montierten Gasdruckfedern.
Schmierstoffverteilung — Bei vertikalem Einbau sammelt sich das Ölreservoir im Zylinder schwerkraftbedingt am Boden und hält die Hauptdichtung permanent geschmiert. Bei waagerechter Einbaulage verteilt sich das Öl entlang der Zylinderwand — die Dichtung läuft teilweise trocken, sofern die Längsnut-Geometrie diese veränderte Fluidsituation nicht konstruktiv kompensiert.
Berechnungsunterschiede — Bei vertikaler Anordnung wird der Kraftarm W in Schwerkraftrichtung gemessen und bleibt relativ stabil. Bei waagerechter Anordnung hängt W von der Geometrie im geschlossenen Zustand ab — dem Verhältnis von Drehpunkt zu Befestigungspunkt — und der Sicherheitsfaktor muss für den geänderten Lastpfad gesondert validiert werden.
Dieser Artikel behandelt alle drei Randbedingungen der Reihe nach: F1-Kraft und Hub berechnen (Abschnitt 2), Anschlussbeschläge und Halterungen wählen (Abschnitt 3), Scharnierentlastung und Querkraftschutz (Abschnitt 4), drei Praxisbeispiele (Abschnitt 5) und eine Beschaffungs-Checkliste (Abschnitt 6).
2. F1-Kraft und Hub richtig berechnen: Formel, Praxisbeispiel und Einbaumaße
2.1 Die F1-Berechnungsformel im Detail
Die erforderliche Ausschubkraft F1 für eine waagerecht montierte dynamische Gasdruckfeder wird mit der Formel F1 = (G × L) / (W × X) × 1,2 berechnet — derselbe Formelrahmen wie bei vertikalem Einbau, jedoch muss der Kraftarm W anhand der spezifischen Geometrie im geschlossenen Zustand bei waagerechter Anordnung neu bestimmt werden.
Nachfolgend die vollständige F1 Gasdruckfeder Formel. Alle Größensymbole (G, L, W, X, F1) sind international standardisierte ingenieurtechnische Notation und bleiben sprachunabhängig:
+-----------------------------------------------------------------------+
| F1-KRAFT-FORMEL |
| |
| G × L |
| F1 = --------- × 1,2 |
| W × X |
| |
| G = Masse der Klappe (kg) | L = Hebelarm (mm) |
| W = Kraftarm im geschlossenen Zustand (mm) | X = Anzahl der Gasfedern |
+-----------------------------------------------------------------------+
So messen Sie die einzelnen Größen bei waagerechter Montage:
- G (Masse der Klappe): Wiegen Sie die Klappe oder Haube in Kilogramm. Bei einer homogenen Klappe ist dies unkompliziert. Bei ungleichmäßigen Formen ermitteln Sie das Gesamtgewicht — die Formel berücksichtigt den Schwerpunkt separat über W.
- L (Hebelarm): Der Abstand vom Drehpunkt zum Schwerpunkt der Klappe. Bei einer gleichmäßigen rechteckigen Klappe ist L typischerweise die halbe Klappenlänge. Diese Messung ist bei vertikaler und waagerechter Anordnung identisch.
- W (Kraftarm): Dies ist die kritische Messgröße, die sich bei waagerechter Montage unterscheidet. Messen Sie im geschlossenen Zustand den senkrechten Abstand vom Drehpunkt zur Wirklinie der Gasdruckfeder. Da die Gasdruckfeder waagerecht liegt, muss W in der Klappenebene gemessen werden — nicht vertikal. Fehlerhafte W-Werte sind die häufigste Quelle von Auslegungsfehlern.
- X (Anzahl der Gasfedern): Üblicherweise X = 1 (eine Feder, mittig montiert) oder X = 2 (je eine auf jeder Seite). Die Formel teilt das erforderliche Gesamtmoment durch X.
- 1,2 (Sicherheitsfaktor): Berücksichtigt Reibung in den Anlenkpunkten und temperaturabhängige Kraftdrift zwischen der +20 °C-Messbedingung und dem Betriebsbereich von −30 °C bis +80 °C. Für industrielle Anwendungen mit Vibrationen und Stoßbelastungen auf ≥1,3 erhöhen.
Die Ausschubkraft F1 wird bei 20 °C und vollständig ausgefahrener Kolbenstange gemessen, basierend auf werkseigenen Prüfstand-Messungen mit einer Prüfgeschwindigkeit von 400 mm/min. Für eine vertiefte Betrachtung der physikalischen Grundlagen verweisen wir auf unseren Fachartikel zur Berechnung der Gasfederkraft.
2.2 Praxisbeispiel: Durchgerechnete Auslegung mit Werksdaten
Arbeiten wir eine reale Berechnung mit werkseitig verifizierten Parametern durch. Alle nachfolgenden Zahlen stammen aus internen Fertigungsprüfdaten — ersetzen Sie diese nicht durch eigene Werte, es sei denn, Sie haben sie direkt an Ihrer Anwendung gemessen.
Gegeben:
- G = 20 kg (Klappengewicht)
- L = 344,3 mm (Hebelarm, vom Drehpunkt zum Schwerpunkt gemessen)
- W = 74,659 mm (Kraftarm im geschlossenen Zustand)
- X = 2 (Gasdruckfedern beidseitig montiert)
Schrittweise Berechnung:
- Erforderliches Haltemoment: G × L = 20 × 344,3 = 6.886 kg·mm
- Kraft pro Gasfeder: 6.886 / (74,659 × 2) = 6.886 / 149,318 = 46,11 kg
- Umrechnung in Newton (1 kg ≈ 9,81 N): 46,11 × 9,81 = 452,4 N
- Sicherheitsfaktor anwenden: 452,4 × 1,2 = 542,33 N
Ergebnis: F1 ≈ 542 N, aufzurunden auf die nächste Standard-Kraftstufe — hier also 550 N oder 600 N, je nach verfügbaren Katalogwerten.
Warum die Werktoleranz für die Lieferung entscheidend ist: Für eine nominelle 700 N-Gasdruckfeder erlaubt die chinesische Norm GB/T 25751-2010 eine Toleranz von −25 N bis +50 N (Lieferumfang 675–750 N). Durch Präzisionsfertigung engt DK Gas Spring dies standardmäßig auf 700–750 N ein, mit einer optionalen Engtoleranz von 700–725 N für Anwendungen mit besonders engen Kraftanforderungen — gemäß den Maß- und Toleranzvorgaben nach GB/T 25751-2010, verifiziert durch interne Prüfstand-Messungen bei 20 °C.
Überprüfen Sie Ihre eigene Berechnung sofort: Nutzen Sie unseren Gasdruckfeder-Kraftrechner, geben Sie Ihre Abmessungen ein und erhalten Sie eine F1-Empfehlung in Sekunden.
2.3 Hub und Einbaumaße bestimmen
Der Hub ist keine willkürliche Wahl — er leitet sich aus dem Öffnungswinkel und der geometrischen Beziehung zwischen Drehpunkt, Befestigungspunkten und Klappe ab.
Die Gasdruckfeder Hub Berechnung folgt diesen Schritten:
- Bestimmen Sie den erforderlichen Öffnungswinkel (z. B. 75° für einen Bettrahmen, 90° für eine Maschinenhaube).
- Messen Sie im geöffneten Zustand den Mittenabstand zwischen den beiden Befestigungspunkten.
- Messen Sie im geschlossenen Zustand denselben Abstand.
- Hub = Abstand geöffnet − Abstand geschlossen. In beide Messungen muss die Länge der Anschlussbeschläge eingerechnet sein.
Die Einbaumaße müssen eine harte Randbedingung erfüllen: Der Mittenabstand im geschlossenen Zustand darf nicht kleiner sein als die komprimierte Länge der Gasdruckfeder (einschließlich Anschlussbeschläge). Eine Überschreitung dieser Grenze kann den internen Anschlag beschädigen oder im Extremfall zum Bruch der Verschlusskappe führen — basierend auf werkseigenen Fehleranalysen von Überkompressionsvorfällen.
Rohr-/Kolbenstangendurchmesser und Kraftbereich:
Der Rohr- und Kolbenstangendurchmesser bestimmt den realisierbaren F1-Bereich. Nutzen Sie diese Tabelle, um Ihre berechnete F1-Kraft einer Standard-Gasdruckfeder-Baureihe zuzuordnen:
| Rohr/Kolbenstange (mm) | F1-Bereich (N) | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| 8/18 | 50–400 | Leichte Klappen, Medizintechnik |
| 10/22 | 200–800 | Möbelklappen, Klappbetten |
| 10/28 | 400–1.200 | Maschinenhauben |
| 14/28 | 800–2.000 | Schwere Industriehauben |
![IMAGE PLACEHOLDER: Einbaumaß-Schema — Drehpunkt, Kraftarm W, Hebelarm L und Einbaulage der Gasdruckfeder bei waagerechter Montage] Abb. 1: Geometrische Größen für die F1-Berechnung — die korrekte Messung von L und W entscheidet über die Auslegungsgenauigkeit.
3. Anschlussbeschläge und Halterungen: M6/M8 richtig wählen
3.1 Anschlussvarianten im Überblick
Für die waagerechte Montage stehen Winkelgelenke mit kompakter Bauform aber begrenztem Schwenkwinkel, Gelenkaugen mit starrer Anbindung und festem Schwenkpunkt sowie Gabelköpfe mit größter Bewegungsfreiheit aber höherem Bauraumbedarf zur Verfügung — M6 eignet sich für Anwendungen ≤800 N, M8 wird für höhere Lasten über 800 N empfohlen.
Die Gasdruckfeder M6 M8 Gewinde-Schnittstelle ist die Verbindung zwischen der Gasdruckfeder und Ihrer Konstruktion. Die Wahl des richtigen Anschlussbeschlags ist ebenso kritisch wie die Kraftberechnung selbst:
| Anschlussvariante | Anschluss | Typische Anwendung | Vorteil / Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Winkelgelenk | M6 / M8 | Schrankklappen, Klappbetten | Kompakt; begrenzter Schwenkwinkel |
| Gelenkauge | M6 / M8 | Maschinenhauben, Serviceklappen | Robuste Anbindung; fester Schwenkpunkt |
| Gabelkopf | M6 / M8 | Medizintechnik, Industriehauben | Hohe Bewegungsfreiheit; benötigt mehr Bauraum |
Das Gelenkauge — im technischen Sprachgebrauch ebenso als Gelenkkopf bezeichnet — ist die bevorzugte Wahl für Anwendungen mit häufigen Zyklen, da es geringe Winkelfehler ausgleicht, ohne Biegemomente auf die Kolbenstange zu übertragen. Das Winkelgelenk bewährt sich in beengten Einbausituationen wie Klappbetten, wo jeder Millimeter zählt.
3.2 Halterungen, Schutzabdeckungen und Zubehör
Die Halterung ist nicht nur ein Verbindungselement — sie bestimmt, ob Ihre Gasdruckfeder rein axial beansprucht wird oder unter exzentrischer Belastung leidet. Bei waagerechter Montage müssen beide Halterungen auf derselben Achse fluchten. Bereits 1–2 mm seitlicher Versatz können ein dauerhaftes Biegemoment auf die Kolbenstangendichtung erzeugen.
Die Schutzabdeckung hat bei waagerechtem Einbau einen besonderen Wert. In vertikaler Orientierung setzen sich Staub und Schmutz nach unten ab — von der Kolbenstange weg. Bei waagerechter Orientierung lagern sich Partikel direkt auf der Kolbenstangenoberfläche ab. Die Schutzabdeckung verhindert, dass abrasive Partikel in die Dichtlippe eindringen und den Dichtungsverschleiß beschleunigen. Alle Anschlussbeschläge werden gemäß Werkstoleranzen für gleichbleibende Passgenauigkeit gefertigt.
4. Scharnierentlastung und Querkraftschutz: Konstruktive Absicherung
Bei waagerechter Montage muss die Gasdruckfeder so angelenkt werden, dass die Kolbenstange über den gesamten Hub ausschließlich axial belastet wird — jede dauerhafte Querkraft führt zu einseitigem Dichtungsverschleiß, Ölleckage und vorzeitigem Ausfall. Gleichzeitig reduziert eine korrekte Anlenkpunkt-Positionierung die Spitzenbelastung der Scharniere um 30–50 %.
Wo Querkraft entsteht
Bei waagerechtem Einbau wirkt die Schwerkraft senkrecht zur Kolbenstangenachse. Sind die beiden Anlenkpunkte nicht exakt auf derselben Achse ausgerichtet, erfährt die Kolbenstange ein dauerhaftes Biegemoment. Dieses Moment konzentriert die Kontaktpressung zwischen Stange und Dichtung einseitig — die hochbelastete Seite der Dichtung verschleißt beschleunigt, während die entlastete Seite den Dichtkontakt verliert.
Montagefehler, die Sie vermeiden sollten
Basierend auf werkseigenen Fehleranalysen kundenseitiger Reklamationen sind folgende Einbaufehler die häufigsten Ursachen für vorzeitigen Ausfall waagerecht montierter Gasdruckfedern:
- Exzentrische Kolbenstangenbelastung → einseitiger Dichtungsverschleiß → Ölleckage
- Überkompression über die Belastungsgrenze hinaus → Bruch der Verschlusskappe oder Rohrbersten
- Fluchtungsfehler der Befestigungspunkte → Biegemoment auf die Kolbenstange über den gesamten Hub
Scharnierentlastung durch korrekte Anlenkpunkt-Positionierung
Das Prinzip der Gasdruckfeder Scharnierentlastung ist klar: Positionieren Sie die Anlenkpunkte so, dass die Gasdruckfeder das Öffnungsmoment mit den Scharnieren teilt. In einer gut ausgelegten Konstruktion trägt die Gasdruckfeder den Großteil der statischen Last in geöffneter Stellung, während die Scharniere nur noch die Führungsaufgabe übernehmen — nicht das volle Gewicht. Dies reduziert die Spitzenbelastung der Scharnierbolzen und verlängert die Lebensdauer der gesamten Baugruppe.
Dichtungswerkstoffe richtig wählen
Die Auswahl des Dichtungswerkstoffs schließt den Schutzkreislauf:
- NBR (Nitrilkautschuk) — Standard für allgemeine Anwendungen mit moderaten Temperaturen und ohne Chemikalienexposition.
- FKM (Viton) — Für hohe Temperaturen, Kontakt mit Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln (z. B. Medizinanwendungen) und Einsatzfälle mit verlängerten Wartungsintervallen.
- PU (Polyurethan) — Für extrem hohe Verschleißfestigkeit, etwa bei Roboteranwendungen mit über 100.000 Zyklen.
Der Betrieb der Gasdruckfeder außerhalb des spezifizierten Temperaturbereichs von −30 °C bis +80 °C kann zur Dichtungsverhärtung (Tieftemperatur) oder übermäßigen Erweichung (Hochtemperatur) führen — beides beeinträchtigt die Dämpfungskonsistenz.
![IMAGE PLACEHOLDER: Querkraft-Diagramm — korrekte vs. exzentrische Anlenkung bei waagerechter Montage] Abb. 2: Axiale Anlenkung vermeidet Querkraft und verlängert die Lebensdauer der Dichtungssysteme.
Mehr zum Einfluss der Einbaulage auf Dichtungslebensdauer und Dämpfung erfahren Sie in unserem Leitfaden zur Gasfeder-Einbaulage: Kolbenstange nach unten.
5. Praxisbeispiele: Auslegung für drei typische Einbausituationen
In der Praxis unterscheiden sich die Auslegungen vor allem im Verhältnis von Kraftarm zu Hebelarm und im geforderten Dämpfungsverhalten — drei Beispiele zeigen die vollständige Berechnung für Klappbett, Maschinenhaube und medizinische Untersuchungsliege.
Jedes Beispiel folgt derselben dreistufigen Struktur: Einbausituation → Berechnungslogik → Ergebnis (Kraftstufe + Anschlussbeschlag + Rohrdurchmesser).
Szenario 1: Klappbett mit waagerechter Gasdruckfeder
| Dimension | Detail |
|---|---|
| Einbausituation | Ein Klappbett (auch als Bettkasten oder Schrankbett bekannt) setzt eine Gasdruckfeder waagerecht zwischen Bettrahmen und Untergestell ein. Die flache Bauweise lässt keinen vertikalen Bauraum für die Gasdruckfeder. Bettrahmengewicht etwa 25–35 kg, mit je einer Gasdruckfeder pro Seite. Eine Bettkasten Gasdruckfeder F1 Berechnung folgt derselben waagerechten Auslegungslogik wie jede Klappbett-Anwendung. |
| Berechnungslogik | F1-Formelrahmen aus Abschnitt 2 anwenden: W (Kraftarm) im geschlossenen waagerechten Zustand messen. Da das Scharnier nahe der Bettrahmenkante liegt, beträgt W typischerweise etwa 1/3 der Bettlänge. L ≈ W × 1,5–2 (der Schwerpunkt liegt weiter vom Drehpunkt entfernt als der Befestigungspunkt). X = 2 (beidseitige Montage). Sicherheitsfaktor 1,2. |
| Ergebnis | 10/22 mm Rohr/Kolbenstange (F1-Bereich 200–800 N) + M6 Winkelgelenk (kompakt, platzsparend) + dynamische Längsnut-Dämpfung sorgt für ruckfreies waagerechtes Öffnen und Schließen. |
Szenario 2: Werkzeugmaschinen-Schutzhaube — 45° Schräganlenkung
| Dimension | Detail |
|---|---|
| Einbausituation | Eine CNC-Abdeckung oder Maschinenhaube öffnet unter etwa 45°. Die Gasdruckfeder ist schräg eingebaut — nicht rein waagerecht, aber auch nicht vertikal. Für die Bedienersicherheit ist eine Dämpfung über den gesamten Hub erforderlich. |
| Berechnungslogik | Bei 45° ändert sich W dynamisch über den gesamten Öffnungsbogen — ein einzelner statischer Wert reicht nicht aus. Es muss die Kraft-Hüllkurve über den gesamten Hub validiert werden (Öffnungsmoment × Sicherheitsfaktor). Für industrielle Umgebungen mit Vibrationen und Stoßbelastungen wird ein Sicherheitsfaktor ≥1,3 empfohlen. Bei komplexen Geometrien den Kraftrechner zur Modellierung des vollständigen Öffnungspfads nutzen. |
| Ergebnis | 10/28 mm Rohr/Kolbenstange (F1-Bereich 400–1.200 N) + M8 Gelenkauge (starre, zyklenfeste Anbindung) + Betriebssicherheit entsprechend den Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. |
Szenario 3: Medizinische Untersuchungsliege — Hygienische waagerechte Montage
| Dimension | Detail |
|---|---|
| Einbausituation | Eine medizinische Untersuchungsliege oder ein Krankenhausbett mit Flachbauweise erzwingt die waagerechte Montage der Gasdruckfeder. Die klinische Umgebung verlangt Beständigkeit gegen Desinfektionsmittel, korrosionsfreie Werkstoffe und spaltfreie Oberflächen aus hygienischen Gründen. Eine Krankenhausbett Gasdruckfeder Edelstahl-Konfiguration ist die Standardausführung für diesen Sektor. |
| Berechnungslogik | Geringe Last (Matratze + Liegefläche ≤15 kg) mit engen Toleranzanforderungen — der Patientenkomfort verlangt eine auf −0/+25 N eingeengte F1-Toleranz (Präzisionsband). Der niedrige Kraftbereich ermöglicht kleinere Rohrdurchmesser, was die optische Erscheinung reduziert. |
| Ergebnis | 8/18 mm Rohr/Kolbenstange (F1-Bereich 50–400 N) + M6 Gabelkopf (ruckfreie, geschmeidige Bewegung) + Werkstoff-Upgrade auf Edelstahl AISI 304 / AISI 316 — SGS-Salzsprühtest zertifiziert mit 500 h+ (Prüfbericht-Nr. beim Hersteller einsehbar) + FKM (Viton)-Dichtungen für Desinfektionsmittelbeständigkeit. |
Für medizinische, maritime oder jegliche hygienekritische Anwendung: Entdecken Sie unsere Edelstahl-Gasdruckfedern für maritime und hygienische Umgebungen.
Sobald Sie die passende Kraftstufe und den Rohrdurchmesser für Ihre Anwendung ermittelt haben, durchsuchen Sie das gesamte Konfigurationsspektrum in unserem Kompressions-Gasdruckfedern – Produktkatalog.
6. Qualitätssicherung bei der Beschaffung: Worauf Sie achten sollten
Unabhängig von der Auslegung sollten technische Einkäufer bei der Beschaffung mindestens vier harte Kennwerte prüfen: Zyklenfestigkeit (≥30.000 Zyklen ohne Leckage nach GB/T 25751-2010), F1-Krafttoleranz (Standard −25/+50 N, Präzision −0/+25 N), Korrosionsbeständigkeit (Edelstahl SGS-Salzsprühtest 500 h+) und vollständige CAD-Datenbereitstellung.
Beschaffungs-Checkliste
| Prüfkriterium | Mindestanforderung | Prüfgrundlage |
|---|---|---|
| Zyklenfestigkeit | ≥ 30.000 Zyklen ohne Leckage; bis 50.000 Zyklen (< 5 % Kraftverlust) | GB/T 25751-2010; interne Prüfstand-Messungen mit Vollhub-Kompression |
| Krafttoleranz (F1) | −25 N / +50 N (Standard); −0 N / +25 N (Präzision) | Interne Prüfstand-Messung bei 20 °C |
| Korrosionsbeständigkeit | ≥ 500 h Salzsprühtest (Edelstahl) | SGS-Prüfbericht (Prüfbericht-Nr. beim Hersteller einsehbar) |
| Temperaturbereich | −30 °C bis +80 °C | Werksspezifikation |
Die Gasdruckfeder Kraftspezifikation sollte stets als Teil des Angebotspakets angefordert werden — ein seriöser OEM-Hersteller stellt diese zusammen mit CAD-Daten (STEP- oder IGES-Format) bereit, damit Sie die Gasdruckfeder direkt in Ihr Baugruppenmodell integrieren können.
Die oben genannten Kraftwerte werden bei 400 mm/min Prüfgeschwindigkeit und 20 °C Umgebungstemperatur gemessen, gemäß GB/T 25751-2010 und GB/T 25750-2010. Für Anwendungen mit erweiterter Lebensdauer — etwa Roboterautomation mit 100.000 Zyklen — geben Sie FKM (Viton)-Dichtungen bereits in der Angebotsphase vor. Edelstahlvarianten (AISI 304 / AISI 316) sollten mit einem SGS-Salzsprühzertifikat über eine Prüfdauer von ≥500 Stunden belegt sein; die Prüfberichtsnummern sind beim Hersteller auf Anfrage einsehbar.
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